Fernbeziehungs-Hacks

Kommunikation ist eine schwierige Angelegenheit, egal in welcher Art der Beziehung. Dass wir mittlerweile in einer zum Großteil nahtlos vernetzten, globalisierten Welt leben, kommt allerdings vor allem denen unter uns zugute, die durch große Entfernung von ihrem Partner getrennt sind. 
Durch den Besitz eines Smartphones ist mittlerweile fast jeder Mensch 24 Stunden am Stück mit seinen Freunden und auch dem Rest der Welt verbunden. Egal, an welchem Ort man sich befindet, man hat fast immer die Gelegenheit, neben Texten sogar Bilder und Videos auszutauschen. Mit dem entsprechenden Datenvolumen kann man sich auch außerhalb des heimatlichen W-LAN Netzwerks kostenlos anrufen und das Gesicht des anderen direkt vor sich sehen.

Dennoch – so schön sie auch sein kann, in einer Fernbeziehung wird jeder an irgendeinem Punkt einsam. Was gibt es also für (technische) Möglichkeiten, sich die schwierigeren Zeiten so angenehm wie möglich zu vertreiben?

Skype (/gemeinsame Alltagsrituale)

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Mit dem Video-Chat hält es jedes Paar anders.
Manche finden es furchtbar, haben sogar das Gefühl, sich durch längere Gespräche vor der Webcam eher voneinander zu entfernen. Das ist bei uns anders – mein Freund und ich skypen beinahe täglich, wenn wir die Zeit dazu haben. Manchen ist das zu viel, uns passt es so am besten.
Man kann über Skype so viele gemeinsame Aktivitäten genießen. Neben normalen Gesprächen schauen wir zum Beispiel Filme und Dokumentationen zusammen, über eine japanische Website zum Teil auch unsere Lieblings-Fernsehsendungen und Dramas.
Manchmal verbringen wir die gemeinsame Zeit allerdings auch einfach schweigsam vor dem PC, ich in meinen Heftern und Uni Unterlagen, er in ein gutes Buch versunken.
Soweit es die Zeitverschiebung zulässt, kann man so nach Lust und Laune freie Tage entspannt zusammen verbringen. Am Wochenende kochen und essen wir auch oft zusammen – ich Mittag- , er Abendbrot.

LINE

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Das japanische Pendant zu Whatsapp. Ob jung oder alt, gefühlt ALLE Japaner benutzen diesen Messaging-Dienst. Ich habe auch erst davon gehört, als ich in der Uni zum ersten Mal Kontakt mit japanischen Austauschstudenten hatte.
Line ist im Gegensatz zu Whatsapp eher auf die asiatische Kundschaft ausgerichtet, das bedeutet: Hunderte von niedlichen Stickern, Designs und Smileys. Technisch ist die App allerdings mit den selben Features ausgestattet – man kann videochatten, Sprachnachrichten und Medien verschicken, Gruppenchats erstellen …
Mein Freund und ich teilen über diese App unseren Alltag miteinander. Wir schicken uns Bilder und Videos von allen möglichen Dingen, die so um uns herum passieren oder Nachrichten, wenn wir angetrunken nach Hause wanken. 🙂

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So sieht die App von Innen aus! … meistens bin ich die Wankende, meinen „Text“ kann man auf Deutsch in etwa so übersetzen: „Aaaaaaaaaaaal….so. JHkjhfkjdvns“:D

Fernbeziehungs Apps

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Die App mit dem alles erklärenden Namen „Couple – The App for two“ ist eine nette Spielerei für Paare, die besonders praktisch ist, wenn man auf zwei verschiedenen Kontinenten lebt. Man kann sich hier nämlich beispielsweise die Zeit oder das Wetter im Land des Partners anzeigen lassen. Nebenbei gibt es ein paar lustige Features, die man in seinem privaten Chatroom ausprobieren kann.
Neben dem Senden von kleinen Zeichnungen oder normalen Fotos gibt es eine Funktion, die sich „Thumb Kiss“, zu Deutsch „Daumenkuss“ nennt. Wenn beide Partner gleichzeitig im Chat sind, können sie ihre Finger per Touchscreen auf eine beliebige Stelle drücken – der andere sieht dies in Echtzeit auf seinem Bildschirm in Form eines kleinen Fingerabdrucks. Wenn man diesen dann selbst berührt, vibrieren beide Handys. Das soll Nähe und eine echte Berührung simulieren – die zwei magischen Dinge, die in einer Fernbeziehung bekanntlich viel zu kurz kommen.
Ziemlich kitschig, aber irgendwie auch sehr süß 🙂

Andere Apps

Wir haben mittlerweile herausgefunden, dass es eine ganze Bandbreite an „normalen“ Apps gibt, die eine Teilen-Funktion für Paare oder Freunde beinhalten. Dazu gehört zum Beispiel die Musik-Streaming App Spotify, mit der man Playlists (zum Beispiel mit Songs, die Erinnerungen wecken) erstellen kann, die anschließend mit dem Partner geteilt werden. Auch Netflix oder andere Film- und Serien Hoster lassen sich nach diesem Prinzip zusammen benutzen.
Wenn uns langweilig ist, treten wir auch öfter in irgendwelchen Spielen aus dem App Store gegeneinander an. Ach ja, die Technik ist schon etwas Schönes 🙂

Neben diesen ganzen technischen Spielereien, die die Nähe des Partners überzeugend vortäuschen können, gibt es allerdings einen anderen Punkt, den ich persönlich als am allerwichtigsten empfinde:

Die Zeit allein sinnvoll nutzen!

Wir können nicht immer mit unserem Partner zusammen sein, vor allem nicht, wenn uns mehrere Stunden Zeitunterschied voneinander trennen. Das muss man aber auch gar nicht – ich persönlich genieße oft die Zeit, die ich für mich habe (und davon hat man in einer Fernbeziehung nicht wenig 😉 )
Das ist natürlich nicht immer leicht. Gerade an Tagen, die besonders hart sind, verfluche ich oft die 8 Stunden, die zwischen uns stehen. Manchmal fällt es mir dann schwer, mich zu motivieren, etwas Sinnvolles zu tun, selbst wenn es nur der Wocheneinkauf, Hausaufgaben oder soziale Interaktionen sind. Solche Phasen sind in soweit normal, dass jeder sich von Zeit zu Zeit mit ihnen herumschlagen muss. Wenn man allerdings chronisch lethargisch wird und gar nicht mehr aus der Trauer heraus kommt, stimmt etwas nicht.
Weder in einer „normalen“, noch in einer Fernbeziehung, sollte man sich emotional von der Anwesenheit des Partners abhängig machen, das habe ich mittlerweile auch aus vorherigen Beziehungen (zum Teil schmerzlich) gelernt.
Die Zeit, in der wir für uns sind, können wir für unglaublich viele, schöne Dinge nutzen. Sei es nun für ein Hobby, das Lernen für die Universität (nicht gerade schön, aber notwendig 😉 ) oder einfach dazu, wieder ein wenig zu uns selbst zu finden.

Mittlerweile habe ich mich nach insgesamt fast 10 Monaten reiner Fernbeziehung nicht wirklich daran gewöhnt, denn dieser Zustand ist für Paare auf Dauer einfach nichts, was man als „Normalität“ bezeichnen kann. Doch wie man sieht, gibt es allein auf  technisch er Ebene extrem viele Wege, die Zeit des Getrennt-Seins halbwegs unbeschadet zu überstehen.
Behält man sein Ziel vor Augen und sieht ein Licht am Ende des Tunnels, so ist das mit der fernen Liebe doch halb so schlimm, wie viele es sich vorstellen 🙂

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3 Kommentare zu „Fernbeziehungs-Hacks“

  1. Als mein Freund und ich noch getrennt gewohnt haben, haben wir auch ewig am Telefon gehangen ohne etwas zu sagen. Skype haben wir aber nie benutzt. Wir hatten das normale festnetz. Jetzt wo ich in Japan bin telefonieren wir manchmal via Whatsapp 🙂

    Lg Nao

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Nao 🙂
      Dann führst du mit deinem Freund auch gerade eine Fernbeziehung, oder? Er ist in Deutschland?
      Whatsapp ist ja in Japan weniger verbreitet, dafür telefonieren mein Freund und ich aber oft mit der LINE App. 🙂 Skype (also mit Webcam) muss meinetwegen auch nicht jeden Tag sein, aber schön ist es schon, wenn man das Gesicht des anderen mal sieht 🙂

      Wünsche euch beiden alles Gute ❤

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