Mit dem Working Holiday Visum nach Japan – So geht’s!

Viel Papier und noch mehr Bürokratie. Aber es lohnt sich!

Zunächst eine kurze Information vorweg: Mein Abflugdatum hat sich um zwei ganze Monate nach hinten verschoben, da ich meine Matheprüfung tatsächlich nicht bestanden habe und diese erst Ende Oktober nachschreiben kann 😦

Dadurch habe ich nun allerdings mehr Zeit, die Vorbereitungen für die Beantragung des Visums zu treffen! (Nicht, dass ich vorher nicht schon alles fertig gehabt hätte, aber oh well …)
Vor einigen Monaten habe ich euch schon einmal mehrere Wege erläutert, wie man nach Japan kommen kann. Heute möchte ich mich noch einmal genauer auf das Working Holiday Visum beziehen, welches ich nun für November anstatt September beantragen werde. (Was, meine Wimperntusche ist verschmiert? Muss an der Wärme liegen, ich heule doch nicht, nein ehrlich, niemals …)

Das Working Holiday Visum ist, wie der Name schon sagt, eine Aufenthaltsgenehmigung für Ausländer in Japan, mit der man sowohl reisen als auch die Vorzüge eines arbeitenden Menschleins nutzen kann. Das bietet sich besonders gut an, wenn man beispielsweise eine große Rundreise durch Japan unternehmen und sich das Geld dafür im Land selbst verdienen will.
Wer Japan entweder noch gar nicht oder nur als Student besucht hat, allerdings mit dem Gedanken spielt, dort einmal leben und arbeiten zu wollen, bekommt dadurch außerdem eine einmalige Chance, neben der Kultur auch die Arbeitswelt des Landes zu beschnuppern 🙂
Für viele, mich eingeschlossen, ist dieses Visum vor allem eines: Eine Probe.
Kann ich mich wirklich auf dem japanischen Arbeitsmarkt verkaufen? Habe ich Aussichten auf einen Job, wie ich ihn mir vorstelle (sowohl aufgaben- als auch gehalttechnisch) ? Klappt es mit einem Masterstudium? Will ich überhaupt auf Dauer, sprich mehrere Jahre oder sogar für immer, in Japan leben?

Doch was ist überhaupt nötig, um das Visum zu bekommen?
Zunächst sei gesagt, dass man nicht aus jedem Land heraus das Working Holiday Visum für Japan beantragen kann. Ohne Probleme möglich ist es aktuell nur 18 verschiedenen Staaten, dazu gehören auch Deutschland und Österreich. Amerika gehört beispielsweise nicht zu den Glücklichen, soweit ich weiß.
Im Weiteren werde ich ausschließlich auf Deutschland eingehen. Wie spezielle Regelungen in anderen Ländern aussehen, weiß ich nicht. Man kann dies allerdings auf den Internetseiten der jeweiligen Botschaft relativ schnell herausfinden.

Wer kann das Visum beantragen?

Jeder, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und zwischen 18 und 30 Jahre alt ist. Außerdem darf das Working Holiday Visum für Japan zuvor noch nie beantragt worden sein. Wenn man allerdings als Austauschstudent oder zwecks eines Praktikums schon einmal ein japanisches Visum erhalten hat, ist dies zum Glück kein Ausschlusskriterium für das WHV.
Man sollte zudem möglichst allein die Reise antreten. Soweit ich weiß, kann man beim Beantragen des Visums auf den Formblättern einen Reisepartner mit angeben, Kinder dürfen aber in keinem Fall dabei sein (Falls es Ausnahmeregelungen gibt, klärt mich gern auf 🙂 )
Und natürlich, wie bei jedem anderen Visum auch, ist es wichtig, dass man mit einer weißen Weste nach Japan einreist. Das bedeutet: Möglichst keine Vorstrafen, besonders nicht in Japan selbst. Was das angeht sind die Behörden anscheinend schon bei der Einreisekontrolle sehr streng.

Welche Dokumente müssen eingereicht werden?

Neben den üblichen Verdächtigen (für die Dauer der Reise gültiger Reisepass, aktuelles Passbild, ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular) muss man für das WH Visum in Japan auch einen Lebenslauf in englischer oder japanischer Sprache einreichen. Zudem benötigt die Botschaft eine ungefähre Planung für den Aufenthalt, wobei man auf der Internetseite des Konsulats bereitgestellte Formblätter nutzen kann.
Natürlich weiß man am Anfang einer derartigen Reise meist noch nicht genau, wann man wo sein, wo man übernachten oder gar Arbeit finden wird. So genau will es das Konsulat aber auch gar nicht haben. Es reicht anscheinend, wenn man einige Orte angibt, von denen man schon fest eingeplant hat oder sich wünscht, sie zu besuchen. Ich habe zum Beispiel die Adresse des Hotels angegeben, in dem ich die ersten Nächte in Tokyo verbringen werde und zusätzlich noch den Wohnort meiner Schwiegereltern in Spe dazu geschrieben.

Nachgeprüft, ob man wirklich an diesen Orten war, wird natürlich nicht. Die Botschaft möchte sich mit dieser Maßnahme einfach ein Bild darüber machen, wie man sich das Jahr in Japan vorstellt. Zu diesem Zweck muss man übrigens zusätzlich noch ein Motivationsschreiben (ebenfalls auf englisch oder japanisch und nicht unbedingt länger als eine A4 Seite!) verfassen, in dem man noch einmal auf die genaueren, persönlichen Gründe eingeht, weshalb man 12 Monate seines Lebens ausgerechnet in Japan verbringen möchte. 😉

Zum Schluss muss man sich schon vor Beantragung des Visums um eine gültige Auslandskrankenversicherung kümmern, deren Abschluss man beim Konsulat mit einem Versicherungsschein belegen muss. Sie sollte möglichst persönlich abgeschlossen worden und zeitlich natürlich auf die 12 Monate des Aufenthalts abgestimmt sein.
Wer privatversichert ist, muss durch ein Schreiben von der Versicherung nachweisen können, dass der Schutz auch während der Zeit im Ausland nicht erlischt.
Auf den Unterlagen müssen unbedingt folgende Angaben klar erkenntlich sein: Vollständiger Name & Geburtsdatum des Versicherten sowie Versicherungszeitraum und -geltungsbereich.
Mittlerweile kann man online ganz bequem Auslandskrankenversicherungen abschließen, die speziell auf junge Leute zugeschnitten sind, die ein Working Holiday machen oder als Studenten ins Ausland gehen wollen. Ein Vergleich der verschiedenen Anbieter lohnt sich hier preislich. Ich habe meine Versicherung (Kranken- und Unfallversicherung), die speziell auf Work & Traveler zugeschnitten ist, zum Beispiel super unkompliziert bei der HanseMerkur abgeschlossen.

Und was kostet der Spaß?

Genau wie jeder andere Auslandsaufenthalt auch, ist ein Working Holiday nicht unbedingt günstig, auch wenn man mit der Aussicht gelockt wird, die Reisekasse mit eigenen Händen durch harte Arbeit auffüllen zu können.
Für den Anfang benötigt wohl jeder, der noch keinen Job sicher hat, einen finanziellen Puffer. Japan ist kein billiges Reiseland, eher im Gegenteil. Wer sich in einer Stadt wie Tokyo geldtechnisch verschätzt, kann ziemlich böse ins Straucheln geraten und sich damit das gesamte Abenteuer „Japan“ verderben. Also: Spart euch ruhig ein bisschen Speck an! 😉
Das Konsulat geht bei der Beantragung des Visums was das angeht ebenfalls auf Nummer sicher. Je nachdem, ob man bereits einen oder beide Flüge gebucht hat, muss man eine gewisse Summe auf dem eigenen Konto nachweisen können. Hat man zum Zeitpunkt der Beantragung noch keinen Flug gebucht, müssen mindestens 4000 Euro auf dem Konto zu sehen sein. Bei nachweisbarem Hin- und Rückflug sind es nur noch 2000 Euro und wenn man zumindest einen Flug sicher hat, muss man 3000 Euro nachweisen.
Der Auszug darf dabei nicht älter als einen Monat sein und gegebenenfalls den abgebuchten Flug beinhalten.

Das Visum selbst ist übrigens kostenfrei! 🙂

Wann muss das Visum beantragt werden?

Man kann sich bereits ein halbes Jahr vor Beginn der Reise um die Organisation der Unterlagen kümmern, andererseits ist es auch möglich, bis kurz vorher (höchstens bis 2 Wochen vor Abflug) abzuwarten. Ich würde tendenziell jedem raten, alles früh genug einzuschicken, damit man vor dem Start ins Abenteuer nicht mehr unnötigen Stress am Hals hat. Ohne Visum, kein Japan, oder?
Außerdem: Falls Fragen seitens des Konsulates auftreten, was durchaus keine Seltenheit ist, kann sich die Fertigstellung des Visums hinziehen. Bis zwei Wochen vor Abflug mit der Beantragung zu warten, halte ich daher für äußerst unklug 😉

Wo kann ich das Visum beantragen?

Das Visum kann bei japanischen Generalkonsulaten in Deutschland beantragt werden. Diese findet ihr in Hamburg. Frankfurt am Main, Düsseldorf und München. Die japanische Botschaft hat in Deutschland ihren Sitz in Berlin.
Die Unterlagen können übrigens samt Reisepass (im Originalen!) per Post eingeschickt werden, die Abholung muss man allerdings persönlich in Angriff nehmen. Ob Ausnahmen gemacht werden, wenn man besonders weit von allen Standorten entfernt wohnt, weiß ich leider nicht. Sucht euch daher unbedingt ein Konsulat in eurer Nähe und fragt zur Not beim Personal nach. Ich habe in Hamburg die Erfahrung gemacht, dass alle Mitarbeiter sehr freundlich waren. 🙂

Eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen, ob nun in Japan oder anderswo auf der Welt, kann sehr aufschlussreich sein und immens zur persönlichen Entwicklung beitragen. Ich persönlich würde daher jedem dazu raten, der nach oder auch vor dem Studium noch nicht so ganz weiß wohin mit sich.
Denn wie heißt es so schön:

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9 Kommentare zu „Mit dem Working Holiday Visum nach Japan – So geht’s!“

    1. Meine Abiprüfung in Mathe habe ich damals auch nur ganz knapp geschafft… War noch nie meine Stärke :3
      Ja, es ist schon frustrierend, vor allem wenn man eigentlich alles schon geplant hatte. Aber gut, so habe ich noch ein paar Wochen länger mit meiner Familie 🙂

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  1. Hey Tara, mensch das tut mir für dich echt Leid!

    Zum WHV: das ist ne klasse Sache! Ohne dieses Visum hätte ich es letztes Jahr nicht her geschafft. Mittlerweile habe ich ein Studentenvisum, aber dafür muss man nachweisen können, an einer japanischen Schule aufgenommen zu sein…

    Wer Angst vor dem Motivationsschreiben oder dem Reiseplan hat, den kann ich beruhigen. Das Motivationsschreiben muss wirklich nicht lang sein, wen ihr überzeugend rüberbringen könnt, warum ihr nach Japan wollt. Und im Reiseplan reicht es aus, wenn ihr die erste Station eurer Reise festhaltet. Ist also auch für Leute geeignet, die keine Rundreise planen. ;P

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    1. Hey Mona,
      Danke für deinen Kommentar 🙂
      Kann man ein Studentenvisum bekommen, wenn man an einer Sprachschule aufgenommen wird, ja? Oder warst du Studentin an einer Uni?

      Ich finde auch, dass das WHV eine tolle Sache ist, zumal die Bestimmungen für ein dauerhaftes Visum in Japan ja doch ziemlich streng sind. So bekommt man eine super Chance, um das Land kennenzulernen, selbst wenn man kein Student oder Schüler ist 🙂

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      1. Hallo Tara,
        eine Sprachschule (sofern sie denn offiziell anerkannt ist) gilt. Japan macht beim Visum keine Unterschiede zwischen Schule (chuugaku/koukou/gogaku) oder Uni, ist alles das gleiche Visum. Auf der Residents Card steht dann bei Aufenthaltsgrund „Student“.

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        1. Eine gute Schule wird auch beim Beantragen helfen. Meine Schule beispielsweise regelt die Visumsagelegenheiten hier in Japan vor Ort und auch bevor die Schüler kommen. man kann sich also aus dem Ausland online bei der Schule anmelden, und wenn man angenommen wird, machen die den ganzen Kram. So kommen die neuen Schüler dann direkt mit Studentenvisum ins Land.

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        2. Oh, das ist gut zu wissen! Ich dachte bisher, dass nur Studenten (im deutschen Sinne des Studenten, haha) dieses Visum bekommen können. Aber klar, auf Englisch macht „Student“ dann für alle Arten von Schülern natürlich Sinn ^^

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          1. Ja genau! Und es gibt ja auch immer wieder Leute,die für nen Schüleraustausch in der 10 Klasse oder so, herkommen. Die haben dann auch dieses Visum. Je nach Studienaufenthalt wird dann die Länge angepasst. Mein neues Visum gilt jezt für 1 Jahr und 3 Monate, es gibt aber auch kürzere Laufzeiten.

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