Kurztrip nach Izu (Shizuoka), 2016

Letztes Jahr um diese Zeit war ich bereits zurück in Deutschland. Da wir aber unbedingt vorher noch einen gemeinsamen Urlaub erleben wollten, reisten mein Freund und ich vor meinem Abflug auf die andere Seite der Präfektur Shizuoka, zur Halbinsel Izu.

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Die Halbinsel Izu (伊豆半島, Izu Hantō) befindet sich auf der anderen Seite der Suruga-Bucht, Luftlinie also nicht mehr als 30 km von Shizuoka City entfernt. Außerdem trennen gerade einmal 100 Kilometer die Insel von Tokyo, was sie zu einem beliebten Ausflugsziel für jene macht, die für einige Tage dem Großstadt-Stress entfliehen wollen.

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Der Strand war zu Fuß nur fünf Minuten von unserem Ryokan entfernt 🙂

Wir haben uns für Izu als Reiseziel entschieden, da es nicht allzu weit entfernt und dadurch auch nicht übermäßig teuer war. Außerdem ist die Insel bekannt für ihre wunderschönen Sandstrände, wilden Landschaften und endlos viele heiße Quellen. Hört sich doch nett an, oder? 😉

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Zugverbindungen nach Izu (japan-guide.com) 

Man kann auf verschiedenem Wege zur Insel gelangen. Von Tokyo aus kommt man mit dem JR Tokaido Shinkansen (Schnellzug) innerhalb von 40 Minuten bis nach Atami und nur ein Stück weiter kann man auch in Mishima aussteigen. Beides wunderschöne Städte, die gleichzeitig Tore zur Halbinsel selbst sind.
Der Shinkansen ist zwar schnell unterwegs, schlägt allerdings mit bis zu 4000 Yen pro Strecke (ca. 30 Euro) ziemlich auf den Geldbeutel. Mit der auf der Karte eingezeichneten orangen Linie, der JR Tokaido Line, die in normalem Tempo fährt und alle möglichen Zwischenhaltestellen abklappert, kommt man etwas günstiger weg 🙂
Von Atami und Mishima aus kommt man anschließend über kleinere Zug- und Buslinien weiter ins Landesinnere der Insel.

Mein Freund und ich haben eine vollkommen andere Route gewählt. Von Shizuoka aus fährt im Sommer nämlich mehrmals am Tag eine Personenfähre den Hafen des verschlafenen Städtchens Toi (土肥) an, welches sich an der Westküste der Halbinsel befindet und einen beliebten Badestrand sein Eigen nennt.
Wir sind also mit dem Zug in den Stadtteil Shimizu gefahren, in dem sich auch der Hafen befindet, und von dort aus auf die Fähre.

Pro Person kostete das Ticket uns damals ungefähr 2000 Yen (ca. 15 Euro) für eine Überfahrt. Mit der Rückfahrt haben wir zusammen also ungefähr 8000 Yen (ca. 60 Euro) bezahlt, was durchaus zu verkraften war 😉

Glücklicherweise hatten wir auf der Überfahrt wunderschönes Wetter. Die Wolken bauschten sich über den Bergen auf wie Hütchen aus Watte. Dadurch blieb der Fuji-San zwar versteckt, wenn man Glück hat und an klaren Tagen fährt, kann man ihn aber von der Fähre aus beobachten.
Doch so schön die Fahrt auch war, es war es Anfang August und damit unglaublich heiß. Man sollte sich von der kühlen Brise an Bord nicht täuschen lassen – ich hatte anschließend einen schönen Sonnenbrand im Gesicht 😉

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Eindrücke aus Toi

Da wir erst gegen Abend in unserem Ryokan (japanisches Gästehaus) einchecken konnten, haben wir den Tag am Strand und in der Stadt verbracht. Gut, die Bezeichnung „Stadt“ ist vielleicht übertrieben, denn Toi ist eine wirklich charmante kleine Ortschaft inmitten von bewaldeten Bergkämmen, die zum Teil bis hinein ins Meer reichen.
Wir haben mehrere versteckte Tempelanlagen und Schreine besucht und sind dabei auf verlassene Häuser aus dem letzten Jahrhundert gestoßen, die dem Ort einen mystischen Retro-Look beschert haben 🙂

Unser Ryokan war anschließend der absolute Wahnsinn. Wir checkten ein im Hotel Yutorelo Nishiizu, wo uns auf dem Balkon im Zimmer ein eigener kleiner, traditioneller Badezuber plus Aussicht auf die Stadt und das Meer erwarteten.

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Der Badezuber auf dem Balkon (booking.com)

Es handelte sich um ein typisches Tatami-Zimmer, in dem wir auf Futons am Boden schliefen, anstatt in einem Bett. Für eine Nacht bezahlten wir umgerechnet zu zweit etwas über 100 Euro, also vollkommen akzeptabel für den Komfort, der uns geboten wurde! Frühstück war übrigens ebenfalls mit inbegriffen:

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Japanisches Frühstück im Ryokan: verschiedene Varianten von eingelegtem Gemüse, kleine Fische, verquirtel rohes Ei, eingelegtes Seegras (im roten Fisch) und ein wenig Obst und Salat. Dazu gab es die obligatorische Schale Reis, Miso-Suppe und eine gegrillte Makrele. 

Als es sich nach Sonnenuntergang ein wenig abgekühlt hatte, spazierten wir auf der Suche nach einem leckeren Abendessen noch ein wenig durch den Ort. Im Endeffekt landeten wir in einem lokalen Restaurant, welches von einer Gruppe Senioren geführt wurde und frische Spezialitäten vom Hafen verarbeitete. Dort wurden wir herzlichst aufgenommen, zwischen mehrere ortsansässige Familien gesetzt und mit einem unglaublich leckeren Abendbrot versorgt.

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Sashimi (rohe Teile vom Fisch, ins diesem Fall: Zwei Sorten Thunfisch, Tintenfisch und Makrele), dazu eingelegtes Gemüse, Algen, Bittergurkensalat, Reis und Miso-Suppe

Gut gesättigt und mit sonnenverbrannten Gesichtern machten wir uns anschließend auf den Heimweg ins Ryokan, wo wir den Abend mit einer Flasche Pflaumenwein in unserem persönlichen kleinen Onsen ausklingen ließen.
Den darauffolgenden Tag verbrachten wir mit Baden am Strand, bevor wir mit der letzten Fähre gegen 17:00 Uhr nach Shizuoka zurückkehrten.

Zwar waren wir nur zwei Tage auf Izu, aber es war auf jeden Fall ein gelungener Kurztrip, den wir beide unglaublich genossen haben. Toi ist durch seine überschaubare Größe und Lage im Innern der Insel nicht allzu überlaufen von Touristen, daher war selbst der Strand nicht unangenehm voll. 🙂
Eine klare Empfehlung von uns!

Seid ihr in diesem Sommer schon verreist oder habt es noch vor? Fahrt ihr lieber für längere Zeit weg oder mögt ihr Kurztrips? Und kennen einige von euch vielleicht noch mehr „Secret Places“ in Japan, die nicht unbedingt in jedem Reiseführer auf der ersten Seite zu finden sind? 🙂

 

 

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4 Kommentare zu „Kurztrip nach Izu (Shizuoka), 2016“

  1. Es ist verrückt, aber seit ich plane, beim nächsten Urlaub Izu zu besuchen, ploppen plötzlich überall tolle Blogbeiträge dazu auf. Toi klingt toll. Vor allem bei den versteckten Schreinen und Tempelanlagen spitze ich die Ohren *lach*
    Schön, dass ihr dort so eine entspannte Zeit verbracht habt. Mit der Fähre zu fahren würde meinem Mann bestimmt auch gefallen, aber ich werde leider schnell seekrank -_- Also muss doch der Zug herhalten.

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    1. Zum Glück war die Fähre nur etwa 45 Minuten unterwegs, wenn ich mich richtig erinnere 😉 Bin nämlich auch nicht so seefest…

      Aber ja, ich kann es euch als Ausflugsziel wirklich nur empfehlen! Es gibt neben Toi ja auch viele andere schöne Örtchen auf der Insel. Es macht bestimmt auch Spaß, sie mit einem Mietwagen zu erkunden!

      Bin schon gespannt, auf deinem Blog über Izu zu lesen, wenn es soweit ist! 🙂

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  2. Ach witzig, genau wie im Kommentar vor mir haben mein Freund und ich auch eine Reise nach Izu für diesen Sommer geplant, allerdings auf eine der Izu-Inseln, nach Niijima. Warst du dort auch schon mal? (Wenn ja, freu ich mich sehr über Empfehlungen!! 😉 ) Wenn es aber genauso schön ist, wie du die Izu-Halbinsel beschreibst, freue ich mich jetzt umso mehr 🙂

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    1. Wir waren damals leider nur in Toi, aber Niijima soll auch sehr schön sein. Generell kann man in der Gegend eigentlich kaum etwas verkehrt machen 🙂
      Wenn ihr dazu kommt, ist Atami auch einen Besuch wert. Liegt zwar nicht direkt auf der Insel, ist aber auch nicht weit entfernt und wunderschön gelegen 🙂
      Freut mich, dass ich deine Vorfreude ein wenig steigern konnte 😉

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